Auf See
18°N - 21°40'W
Wind: OSO 2

Mittwoch, 23. November 2005
8. Tag auf See

Das Horoskop in gewisser Zeitschrift hatte doch recht – beim Hundewachenantritt von Crew 1 kommt endlich der versprochene „frische Wind“ auf und beschert fast pfeilschnelles Dahinschießen durch die Finsternis. Große Euphorie, musikalische Untermalung (was wohl) und Versuche, die Mützer unter Deck aus den Kojen zu manövrieren. Pünktlich zum Wachwechsel jedoch Ende des Spuks und wieder die wohlvertrauten 2,5 Knoten.
Neuer Morgen in strahlendem Glanz. Dümpel-di-dümpel. Unbändige Delphinhorden erfreuen die Fotografenherzen. Das Vorschiff wird zur Hinterhofwerkstatt umfunktioniert.
Gegen Mittag brütende Hitze. 7/8-nackte, braungebrannte Leiber unterm Sonnensegel und seichtes Gedudel aus der eben gebastelten Bord-Stereoanlage („What a wonderful world“) lassen Vergleiche mit Mississippi-Dampfer aufkommen.
Was machen wir hier eigentlich? Wo wollten wir noch gleich hin? Irgendwie egal. Geht uns doch ganz gut hier...
Abends erhitzte Gemüter bei der Diskussion um „Severland“, das gar kein Land ist und deshalb schließlich in „Severzone“ umbenannt wird.
Diesige, dunkle Nacht. Vereinzelte Regentropfen. Dümpel-di-dümpel. Schon über eine Woche unterwegs und immernoch auf der Startbahn. Kein Wind Nordost, keine Motoren. Tomte Tummetott spendet Mut: Geduld, nur Geduld!

Helga


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