Auf See
20°N - 20°W
Wind: ONO 3

Mittwoch, 7. – Donnerstag, 8. Dezember 2005
22.-23. Tag auf See

Starker Wellengang
Fortwährendes Geschaukel
Ivo spület ab
Anschließend Besenschot an
Mutige Lieder stärken

Alle Achtung, vier Stunden lang hält es den Skipper bei Wein, Weib und Gesang hinterm Ruderrad, und ich sach mal, keiner ist von Bord gefallen, keine Welle ist über Deck gefegt, alle Achtung! Mit Großen-Schritten-Etmals von rund 170 sm legen wir die letzten Tage hin, auf dem Ozean, der so riesig uns scheint.
Das Fest zur „Besenschot an“ war ein lustiges Singen, das überstimmte den Wind, der sich anstrengte, gegen die Weisen der Besatzung anzukämpfen. Dank ausgesuchter Nahrung – ausgewogener Bohnenrohkost mit bißfestem Reis – legten wir uns beruhigt schlafen.
Während tags immer derselbe Rhythmus die Mannschaft einlullt, gibt es nachts Neues zu entdecken. So bevorzugt der Skipper statt seiner Koje den schmalen Durchgang vor derselben. Also Achtung!
Außerdem sollten in Zukunft Flugübungen an Bord vermieden werden, da in Lee noch nicht überall Sicherungsnetze hängen und der Chronist auch nicht immer herumfliegende Crewmitglieder auffangen kann. Gegen Morgen des 8.12. nämlich zeigte sich der Atlantik von seiner stürmischeren Seite. Naja, nicht Sturm, aber immerhin mal etwas bewegtere See, endlich mal ein bißchen Bewegung im Schiffe!

Bernhard


8.12.

O spanischer Schinken!
Du Fels in der Brandung
Mußt nun ertrinken
Wegen marginaler Beanstandung

Warst mein Rettungsanker
Inmitten von Tolerantismus und Vegetarierwahn
Doch nun ertrank er
Im Kielwasser von unserem Kahn

Als ich vergammelte Kohlköpfe dem Meer schenken wollte
War sehr entrüstet die Helga, die holde
Nur meinen Schinken mochten die meisten nie
Auf Mehrheitsbeschluß ist er nun fort, und ich hasse sie,
die Demokratie

Severin


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