Auf See
15°40'N - 30°25'W
Wind: NNO 4

Dienstag, 29. November 2005
14. Tag auf See

Heute ist der 14. Tag auf See, 1.417 Meilen liegen hinter uns, und somit ist schon die Hälfte unserer (geplanten) Zeit an Bord verstrichen. Bis jetzt ohne nennenswerte Komplikationen, was die Crew betrifft. Lediglich der fehlende Tradewind à la Passat, der von Wettermeldung zu Wettermeldung immer weiter südwestlicher zu erwarten sein soll, fehlt in seiner ganzen Kraft für das ungetrübte Bild. Aber ein 120-Meilen-Etmal ist ja erstmal besser als nix.
Der Atlantikalltag (von Passatalltag kann man ja immer noch nicht wirklich sprechen) geht seinen üblichen Gang, Frühstück, Ruderwache antreten, abmützen... – bis 12.00 Uhr Bordzeit. Die drei Wachen treten ihren Dienst in neuer Besetzung an, um wenigstens in die sich langsam etablierenden zwischenmenschlichen Gewohnheiten etwas frischen Wind zu bringen.
Am Nachmittag dann die zweite Besenschotfeier auf dem Achterdeck mit Sherry, Gesang, und der obligatorischen einstündigen Ruderwache vom Skipp, beruhend auf der Tatsache, daß die Bordzeit um eine Stunde zurückgestellt wurde.
Am späten Abend dann wieder Einsatz für den Bootsmann – „merchant vessel“ in Sicht – Funkgerät an und nach dem Wetter fragen. Der Frachter freut sich über den Anblick eines solch schönen Schiffs auf dem Atlantik, betrachtet uns ausführlich aus einer Meile Entfernung und wünscht eine gute Reise, leider ohne brauchbare Wetterinfos.

Daniel


Zwischeneintrag, speziell für Teddy
29.11., 0.30 Uhr

Die dritte Wache
sonst mit dem Wind auf Kriegsfuß
findet den Passat

Severin


Nachtrag, 3.15 Uhr

Wir fahren noch 2,5 Knoten. Kleine Denksportaufgabe für die Morgencrew: Unsere Position ist von Martinique knapp soweit weg wie Neapel von Stockholm. Wir bewegen uns mit der Geschwindigkeit eines Fußgängers.
Frage: Wann kommen wir an?


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